Leben & Werk
Herbert von Karajan (1908–1989) zählt zu den bedeutendsten und einflussreichsten Dirigenten des 20. Jahrhunderts. Geboren in Salzburg, Österreich, erlangte er in den 1930er-Jahren internationale Aufmerksamkeit und prägte die klassische Musikszene über mehr als ein halbes Jahrhundert hinweg. Von 1955 bis 1989 war er 35 Jahre lang Chefdirigent der Berliner Philharmoniker und formte das Orchester zu einem der führenden Klangkörper der Welt. Bekannt für seinen ausgeprägten Perfektionismus und seine unverwechselbaren Interpretationen, realisierte Karajan mehr als 900 Tonaufnahmen und gehörte zu den Pionieren im Umgang mit neuen Technologien – von der Stereofonie bis hin zu digitalen Medien und Musikfilmen. Eng verbunden mit den Salzburger Festspielen, gründete er dort 1967 die Salzburger Osterfestspiele. Trotz der Kontroversen um seine frühe Mitgliedschaft in der NSDAP hinterließ Karajan durch seine technische Souveränität, charismatische Präsenz und sein unermüdliches Streben nach klanglicher Vollkommenheit einen nachhaltigen und unverkennbaren Einfluss auf Aufführungspraxis und Aufnahmekultur.